Ein Radnetz für Berlin

Das Berliner Mobilitätsgesetz sieht vor, dass ein Radverkehrsnetz bis zum Juli 2019 zu erarbeiten ist. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat diese Leistung gerade ausgeschrieben. Wir wollen uns nun in diesen Prozess aktiv einbringen und haben daher in ca. 9-monatiger Arbeit über fast alle Stadtbezirke hinweg die Vorstellungen für ein modernes Radverkehrsnetz zusammengetragen und in einem Plan dargestellt. Dabei floss viel Knowhow aus früheren Netzplanungen und viel Ortskenntnis der Aktiven in den Bezirken ein.

Das Radverkehrsnetz besteht aus den folgenden Netzelementen:

Radschnellverbindungen nach § 45 MobG: Das sind Verbindungen, die wichtige Quell- und Zielbereiche mit hohen Potentialen über größere Entfernungen verknüpfen und durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren auch mit hohen Reisegeschwindigkei-ten ermöglichen. Die Mindestlänge einer Verbindung soll 5 km betragen. Radschnellverbindungen sollenbevorzugt auf eigenständigen Sonderwegen, getrennt vom Fußverkehr geführt werden. Sie zeichnen sich durch besondere Qualitätsstandards der Linienführung, der Netzverknüpfung, der Erkennbarkeit und der Ausstattung aus.

Vorrangnetz nach § 42 MobG: Zum Vorrangnetz gehören besonders wichtige Verbindungen, insbesondere Verbindungen von gesamtstädtischer Bedeutung. Hier soll dem Radverkehr Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr eingeräumt werden, u. a. auch durch Lichtzeichenanlagen, die für einen fließenden Radverkehr koordiniert werden.

Radverkehrsanlagen an oder auf Hauptverkehrsstraßen nach § 43 MobG: Auf oder an allen Hauptverkehrsstraßen sollen sichere Radverkehrsanlagen geschaffen werden. Da sich viele Quellen und Ziele an den Hauptverkehrsstraßen befinden, haben sie eine wichtige Erschließungs-, aber auch Verbindungsfunktion über kurze und mittlere Entfernungen. Die Gestaltungsgrundsätze sind u. a.: Sicherer Abstand zu parkenden Kraftfahrzeugen, gegen unzulässiges Befahren von Kraftfahrzeugen geschützt, so breit, dass sich Radfahrende sicher überholen können. Hauptverkehrsstraßen sind alle Straßen des übergeordneten Straßennetzes der Stufen I bis IV lt. Stadtentwicklungsplan Verkehr vom 29.03.2011 (Planung 2025).

Fahrradstraßen und Nebenstraßen nach § 44 MobG: Nebenstraßen haben eine wichtige Erschließungs- und Verbindungsfunktion über kurze und mittlere Entfernungen. Es wird angestrebt, Nebenstraßen als Fahrradstraßen auszuweisen. Die Gestaltungsgrundsätze sind u. a.: Motorisierter Individualverkehr – außer Quell- und Zielverkehr – soll im jeweiligen Straßenabschnitt unterbleiben, Maßnahmen gegen das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie sicherheitsverträgliche Geschwindigkeiten beim Abbiegen des motorisierten Individualverkehrs werden angestrebt. Das Radverkehrsnetz stellt ein Zielnetz für das Jahr 2030dar (§ 41 (4) MobG)

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